Artikel : Rubrik : Welt
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei ihrem Besuch in den USA in der kommenden Woche mit US-Präsident Barack Obama den Weltklimagipfel in Kopenhagen vorbereiten. Die Bekämpfung des Klimawandels sei "eine der unaufschiebbaren Aufgaben weltweit", sagte sie in ihrem Video-Podcast. Die Kanzlerin bezeichnete es als "große Ehre", am kommenden Dienstag vor beiden Häusern des US-Kongresses sprechen zu können.
Merkel hob in ihrem wöchentlichen Podcast hervor, es sei notwendig, "dass wir die verbleibenden Wochen bis Kopenhagen nutzen, um hier gemeinsam mit unseren amerikanischen Partnern eine erfolgreiche Konferenz in Kopenhagen vorzubereiten". "Noch ist nicht sicher, dass Kopenhagen ein Erfolg wird", sagte die Kanzlerin.
Die Europäische Union und insbesondere Deutschland würden aber darauf drängen, "dass wir ambitionierte, zukunftsweisende politische Beschlüsse in Kopenhagen treffen können." Der frühere US-Vizepräsident Al Gore zeigte sich indes zuversichtlich, dass die USA auf dem Klimagipfel ein konkretes Angebot vorlegen werden. Er sei optimistisch, dass der US-Kongress sich bis Dezember auf einen einheitlichen Entwurf für ein US-Klimaschutzgesetz einigen werde, sagte er dem "Spiegel".
"Deshalb stehen die Chancen gut, dass wir Amerikaner mit einem echten Verhandlungsangebot in Kopenhagen erscheinen." Er sei sich auch sicher, dass Obama selbst am Klimagipfel teilnehmen werde. Ein weiteres Gesprächsthema während des Besuchs Merkels in Washington soll die Finanz- und Wirtschaftskrise sein. Die Krise sei noch nicht überwunden, mahnte Merkel. Es sei auch noch nicht sichergestellt worden, "dass sich eine solche Krise in Zukunft nicht wiederholen kann", kritisierte die Kanzlerin.
Zu ihrer geplanten Rede vor dem US-Kongress sagte Merkel, der Zeitpunkt kurz vor dem 20. Jahrestag des Mauerfalls könne nicht besser gewählt sein. Sie werde sich dafür bedanken, dass die Vereinigten Staaten und der damalige Präsident George Bush senior "mit großer Begeisterung und mit viel Zuneigung" diesen politischen Prozess begleitet hätten. Die USA hätten Deutschland geholfen, "dass wir heute wiedervereinigt ein Partner in Europa und in der transatlantischen Gemeinschaft sind."

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