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Pakistanische Armee startet Großoffensive gegen Taliban
18/10/2009, von Kristyna Bufkova/AFP
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PAKISTAN - Nach einer Serie blutiger Anschläge hat die pakistanische Armee eine Großoffensive gegen Taliban-Rebellen im Nordwesten des Landes begonnen.

 Auf Befehl der Regierung in Islamabad rückten nach Armeeangaben am Samstagmorgen Bodentruppen mit Luftunterstützung in die Provinz Süd-Waziristan nahe der Grenze zu Afghanistan ein. Zehntausende Menschen ergriffen vor dem seit Monaten angekündigten Militäreinsatz die Flucht.

Kampfflugzeuge und Artillerie bombardierten Stellungen der radikalislamischen Taliban, während Einheiten der Armee, Paramilitärs und Polizisten von Süden aus in die Stammesgebiete vordrangen. Der Militäreinsatz soll nach Armeeangaben sechs bis acht Wochen dauern und bis zum Wintereinbruch abgeschlossen sein. Die Truppenstärke soll auf bis zu 60.000 Soldaten anwachsen. In Teilen Süd-Waziristans wurde für unbestimmte Zeit eine Ausgangssperre verhängt.

Die Regierungstruppen stießen auf heftigen Widerstand der Rebellen, die in der Gegend von Sharwangi nach Angaben örtlicher Behördenvertreter mit schwerem Geschütz gegen die vorrückenden Verbände kämpften. Mindestens vier Soldaten wurden nach Armeeangaben zu Beginn der Offensive getötet, mindestens zwölf weitere verletzt. Alleine in Süd-Waziristan sollen bis zu 12.000 Kämpfer der extremistischen Tahreek-e-Taliban Pakistan (TTP) aktiv sein. Insgesamt schätzt die Regierung die Zahl der Rebellen in den Stammesgebieten auf bis zu 25.000.

Bereits im Juni hatte die Armee eine Boden-Offensive in den Stammesgebieten im Nordwesten angekündigt, sich aber bislang auf Bombardierungen aus der Luft beschränkt. Rund 90.000 Zivilisten sind seit dem Sommer in Erwartung der Offensive aus der Region geflohen. Bereits im April hatten die pakistanischen Streitkräfte im nördlicher gelegenen Swat-Tal einen Großeinsatz gegen die Taliban geführt. Dabei waren fast zwei Millionen Zivilisten vertrieben worden.

Pakistanische Medien berichteten, die neue Offensive sei eine Reaktion auf die jüngste Zunahme tödlicher Anschläge. In den vergangenen zwei Wochen waren bei Angriffen islamistischer Extremisten mehr als 170 Menschen getötet worden. Unter anderem nahmen die Rebellen Anfang Oktober das Hauptquartier der pakistanischen Armee in Rawalpindi ins Visier. Für die meisten Anschläge der vergangenen zwei Jahre, bei denen insgesamt rund 2300 Menschen starben, werden die TTP verantwortlich gemacht.

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