Artikel : Rubrik : Deutschland
BERLIN - Nach mehr als einem Jahrzehnt geht die Macht in Deutschland wieder an eine schwarz-gelbe Koalition: Trotz eines schwachen Ergebnisses von fast 34 Prozent können CDU/CSU zusammen mit der überraschend starken FDP die Regierung bilden.


Eine Woche nach der Bundestagswahl haben Union und FDP bei ihren ersten Koalitionsverhandlungen das weitere Vorgehen festgelegt. Die 27 Parteivertreter zurrten bei ihren Beratungen in der in Berlin den Zeitplan für die nächsten zwei Wochen sowie die Leitung von insgesamt zehn Arbeitsgruppen fest. Die FDP reklamierte das Außenministerium für sich.

"Wir haben erste einvernehmliche Ergebnisse erzielt", sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla am Abend. Festgelegt wurde demnach, dass die so genannte große Runde aus den drei Parteivorsitzenden plus acht weiteren Vertretern je Partei sich erneut am Donnerstag, nächste Woche Mittwoch sowie bei einem Marathonwochenende am 16., 17. und 18. Oktober trifft.

Einvernehmen wurde nach einigem Hin und Her auch über die Arbeitsgruppen erzielt, die die Einzelheiten des Koalitionsvertrages aushandeln sollen. "Die Arbeitsgruppen starten morgen früh", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) am Rande der Verhandlungen. Die zehn Runden befassen sich mit Themen wie Steuern, Finanzen, Haushalt oder Wirtschaft, Energie, Aufbau Ost oder Arbeit, Rente und Soziales. Sie sollen nach Schavans Angaben ihre wesentliche Arbeit möglichst bis zur Wochenendsitzung der großen Koalitionsrunde in rund zehn Tagen erledigen.Als Vorsitzende fungieren in jeder Arbeitsgruppe jeweils ein Vertreter der Union und einer der FDP. Die Größe der Arbeitsgruppe ist nach Angaben aus Parteikreisen jeweils unterschiedlich.

Pofalla sowie seine Kollegen von CSU und FDP, Alexander Dobrindt und Dirk Niebel, lobten die gute Atmosphäre bei den Gesprächen. Die Beratungen der insgesamt 27 Parteivertreter wurden am Abend fortgesetzt.Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zu Beginn der Verhandlungen gesagt, die neue Koalition solle "Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand" in Deutschland sichern. FDP-Chef Guido Westerwelle fügte hinzu: "Jede neue Regierung ist ein neuer Anfang und wir wollen mehr Mut zur Zukunft schaffen." CSU-Chef Horst Seehofer sagte, die Gespräche sollten in einem "kollegialen, partnerschaftlichen Sinne" geführt werden.

FDP-Vizechef Andreas Pinkwart stellte vor Aufnahme der Verhandlungen den Anspruch seiner Partei auf das Außenministerium klar. "Gesetzt sind Angela Merkel als Bundeskanzlerin und Bundesaußenminister Guido Westerwelle als Vizekanzler", sagte Pinkwart der "Leipziger Volkszeitung".

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