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Türkische Zentralbank: Allah gebe Sarrazin mehr Verstand
04/10/2009, von Kristyna Bufkova/AFP
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Mit seinen Äußerungen über türkische und arabische Migranten in Berlin gerät Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin auch aus der Türkei unter Beschuss. "Allah möge ihm mehr Verstand geben", sagte der Vize der türkischen Zentralbank.

Der Vizechef der türkischen Zentralbank hat die Äußerungen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin über türkische Migranten kritisiert. "Allah möge ihm mehr Verstand geben", sagte Ibrahim Turhan nach einer Meldung der Zeitung "Sabah". Kritik an Sarrazin kam auch von der Bundesbankgewerkschaft. Der deutsch-türkische Politiker und Reiseunternehmer Vural Öger forderte den Ausschluss Sarrazins aus der SPD. Jemand wie Sarrazin könne nicht Mitglied der Sozialdemokraten bleiben, wurde Öger von mehreren türkischen Medien zitiert. Auch die Bundesbankgewerkschaft hält Thilo Sarrazin für nicht mehr tragbar.

Die Gewerkschaft erklärte, sie unterstütze Bundesbankpräsident Axel Weber, der Sarrazin den Rücktritt nahegelegt hatte. "Mit seinen Äußerungen hat Sarrazin dem Ansehen der Deutschen Bundesbank erheblichen Schaden zugefügt", erklärte die Gewerkschaft. Er sei "deshalb als Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank nicht mehr tragbar". Die Bundesbankgewerkschaft kritisierte insbesondere die "ehrverletzende Art und Weise der Äußerungen". Weber hatte sich am Samstag beim Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Istanbul zu dem Fall geäußert. Er kritisierte dabei den "Reputationsschaden", der der Bank entstanden sei, wie ein Bundesbanksprecher bestätigte.

Wer gegen den Verhaltenskodex des Instituts verstoße, müsse "mit sich selbst ins Gericht gehen", setzte er den Angaben zufolge hinzu.Sarrazin hatte sich in einem Interview mit der Zeitschrift "Lettre International" äußerst kritisch zur sozialen und politischen Lage in Berlin geäußert. Besonders hart war Sarrazin mit türkischen und arabischen Einwanderern ins Gericht gegangen. Nach der heftigen Kritik hatte Sarrazin erklärt, nicht jede Formulierung sei "gelungen" gewesen und sich entschuldigt. Nach Medienberichten kannte Weber den umstrittenen Text allerdings vor der Veröffentlichung und hatte Sarrazin im Vorfeld um Änderungen gebeten. Sarrazin habe das aber kategorisch abgelehnt.



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