Artikel : Rubrik : Welt
Hamas-Führer Mahmud Sahar nannte die Verhandlungen mit einem Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) "sehr professionell". Im Austausch gegen ein Lebenszeichen Schalits kam erneut eine Palästinenserin frei.Der einflussreichen Hamas-Führer aus dem Gazastreifen sagte dem Nachrichtenmagazin, die Freilassung von insgesamt 20 Palästinenserinnen aus israelischer Haft im Austausch gegen ein aktuelles Video von Schalit sei ein Beweis, "dass die deutsche Vermittlung zum Erfolg führen kann".
Die Palästinenser wollten die Verhandlungen "so schnell wie möglich" zu Ende bringen. Dies sei eine Sache "von Wochen, höchstens von ein paar Monaten".Der Hamas-Vertreter signalisierte im Gespräch mit dem "Spiegel" Kompromissbereitschaft. Auch über die ursprüngliche Forderung an Israel, 450 palästinensische Gefangene freizulassen, könne gesprochen werden. "In solch schwierigen Verhandlungen kann keine Seite der anderen ihre Bedingungen diktieren, weder Israel noch die Hamas", sagte Sahar. Schalit war im Juni 2006 in den Gazastreifen verschleppt worden.Am Freitag hatte die Hamas Israel das erste Video mit Aufnahmen Schalits übermittelt.
Darauf wirkte der Soldat gesund. Er sagte, er werde von den Essedin-el-Kassam-Brigaden "sehr gut behandelt". Im Gegenzug ließ Israel am Freitag zunächst 19 Palästinenserinnen frei. Am Sonntag folgte eine weitere Gefangene aus einer Haftanstalt nahe der südisraelischen Stadt Aschkelon.Unterdessen rief der ägyptische Präsident Husni Mubarak die israelische Regierung auf, ihre Politik gegenüber den Palästinensern und den arabischen Staaten zu überdenken. Die Versuche, vollendete Tatsachen zu schaffen, könnten nicht zu einem Frieden in der Region führen, sagte Mubarak in einem Interview. Israel müsse bei den Arabern Vertrauen schaffen, dies sei der Schlüssel zum Frieden. Mubarak hatte unter anderem den Siedlungsbau in den palästinensischen Gebieten kritisiert.Gleichzeitig zeigte sich Mubarak optimistisch, dass es "in den kommenden Wochen einen neuen Anfang für einen wirkliche Chance auf Frieden geben wird". Dazu habe er bei seinem Treffen mit US-Präsident Barack Obama positive Signale gehört.

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