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Mindestens 140 Tote nach Tropensturm auf den Philippinen
28/09/2009, von Sharon Kohr / AFP
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MANILA - Nach dem schwersten Tropensturm auf den Philippinen seit mehr als 40 Jahren ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 140 gestiegen.


Mindestens 32 Menschen würden zwei Tage nach dem Unwetter noch vermisst, sagte Verteidigungsminister Gilberto Teodor. Fast eine halbe Million Bewohner der Hauptstadt Manila und ihrer Umgebung wurden obdachlos. Rettungskräfte kämpften sich durch knietiefen Schlamm, um den Überlebenden des Tropensturms "Ketsana" zur Hilfe zu kommen. 80 Prozent der Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt Manila standen noch immer meterhoch unter Wasser. Viele Überlebende verbrachten mehr als zwei Tage auf den Dächern ihrer Häuser, bis sie endlich gerettet werden konnten. Die staatlichen Rettungsdienste waren völlig überfordert, wie Katastrophenschutzchef Anthony Golez eingestand: "Wir haben zu wenig Leute und Material."

Die Regierung rief die internationale Gemeinschaft zur Nothilfe auf.Nach Regierungsangaben verloren mindestens 453.000 Menschen durch die Überschwemmungen ihr Dach über dem Kopf. Hunderttausende campierten ohne jegliche fremde Hilfe im Freien, 115.000 drängten sich in den hoffnungslos überfüllten staatlichen Notunterkünften. Dort waren die Bedingungen haarsträubend: In einem Freiluft-Sportstadion in Manila kampierten 3000 Menschen in tropischer Hitze und Feuchtigkeit neben den Leichen von elf Ertrunkenen. In dem Stadion gab es kein fließendes Wasser und keine funktionierenden Sanitäranlagen.

Die Gesundheitsdienste warnten vor dem Ausbruch von Seuchen. In dem stehenden Brackwasser könnten sich Durchfallerkrankungen und Bakterien rasch verbreiten, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Zudem drohe eine Epidemie mit Dengue-Fieber, da das Wasser Mücken ideale Brutbedingungen biete. Die Behörden riefen zu Spenden von Hygieneprodukten, Trinkwasser und Medikamenten auf. Auch Ärzte würden händeringend gesucht.In Manila zogen unterdessen Plünderer durch die Stadt. Gruppen von Männern schoben Karren mit schlammbedeckten Fernsehgeräten und Ventilatoren durch die Straßen.

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