Artikel : Rubrik : Deutschland
Das Drama um den Nürburgring wird immer rasanter.
Das rheinland-pfälzische hatte Anfang Februar den Vorschlag von Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) gebilligt, den Pachtvertrag mit der privaten Nürburgring Automotive GmbH zu kündigen.
Eine gute Woche vor Ablauf einer Räumungsfrist haben die Anwälte der Nürburgring-Pächter allerdings ihren Widerstand gegen diese Pläne bekräftigt.
Die Juristen schrieben am Dienstag der größtenteils landeseigenen Nürburgring GmbH, die privaten Betreiber ließen sich keineswegs wie gefordert bis zum 29. Februar von der rheinland-pfälzischen Rennstrecke vertreiben. Begründung: Die Kündigung des Pachtvertrags habe keine rechtliche Basis und sei daher unwirksam. In dem Schreiben der Anwälte, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, heißt es weiter: "Wir haben Sie daher aufzufordern, Ihr Räumungs- und Übergabeverlangen unverzüglich zurückzunehmen."
Der Sprecher des rheinland-pfälzischen Infrastrukturministeriums bekräftigte hingegen am Dienstag: "Aus unserer Sicht haben die Kündigungsgründe sehr wohl Bestand." Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) hatte kürzlich jedoch betont, sein Ziel sei weiterhin eine einvernehmliche Lösung. Das Land bereite sich aber auch auf eine Räumungsklage vor. Im politischen Mainz heißt es, dazu könnte es rasch kommen, falls Richter und Lindner über den 29. Februar hinaus am Ring blieben.
Die frühere SPD-Regierung hatte den Ring ausgebaut und dafür rund 330 Millionen Euro investiert, vor rund zwei Jahren wurde der Betrieb privatisiert. Der Freizeitpark gilt jedoch als überdimensioniert, es kommen zu wenige Besucher. Nun wollen die Parkchefs unrentable Parkteile schließen und 92 Stellen streichen.
Der Pachtvertrag umfasst neben der Rennstrecke inklusive legendärer Nordschleife und Achterbahn auch den "Ring Boulevard", mehrere Gastronomiebetriebe und das Congress- und Motorsporthotel der Gruppe Lindner.
Die Nürburgring Automotive GmbH hat derzeit Angaben auf der eigenen Homepage zufolge 375 Beschäftigte.
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