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Mindestens 272 Tote bei Gefängnisbrand
15/02/2012, von ASC/AFP
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Tragödie in Lateinamerika: Bei einem Gefängnisbrand in Honduras sind nach Polizeiangaben etwa 272 Häftlinge ums Leben gekommen (Foto: AFP).
  
Bei einem Brand in einem Gefängnis in Honduras sind nach Behördenangaben mindestens 272 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere Menschen wurden durch das Feuer in der Haftanstalt in Comayagua im Zentrum des Landes verletzt, sagte der Leiter der Strafvollzugsbehörde des mittelamerikanischen Landes, Danilo Orellana. Einen Aufstand der Gefangenen schloss er aus.

Orellana zufolge brach das Feuer am Dienstagabend gegen 22.50 Uhr Ortszeit aus. Der Brand habe sich in mehrere Trakte des Gefängniskomplexes ausgebreitet. Die meisten der Opfer sind demnach erstickt. Nach Angaben des für Sicherheit zuständigen Ministeriums starben mindestens 272 Häftlinge, weitere 50 Menschen wurden verletzt. Diese Zahlen hätten die Rechtsmediziner genannt, sagte Minister Pompeyo Bonilla in Comayagua. "Leider kann die Zahl noch steigen."

Strafvollzugschef Orellana versicherte entgegen erster Berichte, es handle sich nicht um einen Aufstand. Deshalb würden sich sogar die Polizisten daran beteiligen, die Häftlinge auf den Gefängnishof in Sicherheit zu bringen. Als mögliche Ursachen nannte der Behördenchef Brandstiftung durch einen Insassen oder einen Kurzschluss. Die Ermittlungen dauerten an.

Berichten und Augenzeugen zufolge gelang es einigen Insassen, den Flammen zu entkommen und sich auf das Gefängnisdach zu retten. Ersten Berichten zufolge sollen einige Häftlinge die Flucht ergriffen haben. Dutzende Brandopfer wurden in Krankenhäuser in Comayagua eingeliefert.

Verzweifelte Familien der Häftlinge versammelten sich vor den Gefängnismauern, um Nachrichten über ihre Angehörigen zu erhalten. "Mein Bruder Roberto Mejía war in Trakt sechs, man hat mir gesagt, dass dort alle umgekommen sind", sagte Glenda Mejía der Nachrichtenagentur AFP. Carlos Ramírez, dessen Bruder ebenfalls in Trakt sechs einsaß, sagte, er habe noch keine Informationen bekommen.

Das Gefängnis in der 58.000-Einwohner-Stadt Comayagua zählt 850 Insassen. Die Haftanstalt liegt 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa und etwa fünf Kilometer von der US-Luftwaffenbasis Palmerola entfernt. Die Häftlinge in dem Gefängnis betätigen sich unter anderem mit dem Anbau von Gemüse und mit Schweinezucht.

Strafanstalten in Lateinamerika sind häufig überbelegt. Honduras verfügt über 24 Strafvollzugsanstalten mit Kapazitäten für 8000 Insassen, tatsächlich sitzen aber mehr als 13.000 Häftlinge dort ein. Vor allem in bitterarmen mittelamerikanischen Staaten wie Honduras gibt es in den Gefängnissen Probleme mit Gewalt zwischen verfeindeten Banden und Drogenhandel.

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