Artikel : Rubrik : Wirtschaft
Die US-Ratingagentur Moody's hat Frankreich, Großbritannien und Österreich mit einem Verlust ihrer Spitzenbonitäten gedroht. Der Ausblick für die Staaten sei auf "negativ" gesenkt worden, teilte die Agentur in Washington mit. Die Finanzminister Frankreichs und Großbritanniens verweisen angesichts der Nachricht auf laufende Sparbemühungen.
Moody's senkte auch die Bewertungen für die Kreditwürdigkeit Italiens und Portugals erneut um jeweils eine Stufe sowie diejenige Spaniens um zwei Stufen. Zudem stufte die Agentur Slowenien, die Slowakei und Malta weiter herab. Der Kurs des Euros fiel im späten US- und im frühen asiatischen Handel nur leicht.
Als Begründung für ihre Entscheidungen gab die Agentur an, alle neun Länder seien durch die Eurokrise erheblichen finanziellen und volkswirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Die schwachen wirtschaftlichen Aussichten bedrohten zudem die Umsetzung notwendiger Sparmaßnahmen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.
Mitte Januar hatte die US-Ratingagentur Standard & Poor's Frankreich und Österreich die Bestnote aberkannt und die Länder um eine Note herabgestuft. Moody's gab damals an, seine Bewertungen planmäßig zu prüfen. Frankreich ist zusammen mit Deutschland Hauptgarantiegeber des Eurorettungsfonds EFSF.
Frankreichs Finanzminister François Baroin erklärte zu der Mitteilung von Moody's, er nehme zur Kenntnis, dass die Agentur das Land weiter mit der Bestnote bewerte. Zugleich betonte er, dass die Länder der Eurozone "kraftvolle Anstrengungen zur Sanierung der Staatsfinanzen" unternähmen.
Baroins britischer Kollege George Osborne sagte, die Nachricht sei als "Realitätstest" aufzufassen. Sie belege, dass beschlossene Sparanstrengungen nötig seien. "Das ist der Beweis, dass Großbritannien sich in der derzeitigen weltwirtschaftlichen Lage mit seinen Schulden befassen muss", sagte Osborne.
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