Artikel : Rubrik : Deutschland
Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg will sein Punktesystem radikal vereinfachen. Ab Ende 2013 soll eine Neuregelung in Kraft treten, die vor allem die Anzahl der insgesamt zu vergebenden Strafpunkte verringert. Das bedeutet: Einfache Vergehen, für die bisher zum Beispiel drei Punkte fällig waren, ziehen jetzt nur noch einen Punkt in der Verkehrssünderkartei nach sich. Für schwere Vergehen erhalten Autofahrer zwei Punkte in die Akte - und nicht mehr bis zu sieben, wie bisher. Die Verkehrsdelikte fallen dann künftig nur noch in diese zwei statt wie bisher in sieben Kategorien.
Die Kehrseite der Medaille: Bereits bei sechs Punkten erfolgt die letzte Verwarnung, bei acht Punkten ist der Führerschein weg. Allerdings sollen Verkehrsverstöße künftig einzeln verjähren - bisher wurden Punkte bei Neuverschulden verlängert, auch wenn die zweite Verfehlung inhaltlich mit der ersten gar nichts zu tun hatte.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (Foto) erklärte, das neue System solle noch in diesem Monat detaillierter vorgestellt werden - unter anderem ist noch die Frage zu klären, wie die Punkte aus dem alten System in das neue übertragen werde können.
In Luxemburg gilt übrigens ein umgekehrtes System - hier startet ein Fahranfänger nach der Führerscheinprüfung mit 12 Bonuspunkten in seine Autofahrerkarriere. Diese Punkte werden bei Verstößen von seinem Konto abgezogen. Dabei liegt der höchste Abzug bei sechs Punkten für "unfreiwilligen Totschlag", also Verursachen eines Unfalls mit Todesfolge, vier Punkte gehen für Fahren ohne Führerschein, Alkohol am Steuer oder Unfallflucht vom Konto ab. Wer wegen wiederholten Fehlverhaltens bei null Punkten angekommen ist, muss den Führerschein für ein Jahr abgeben.
Diese Regelung gilt übrigens nicht nur für Luxemburger, sondern für alle Autofahrer, die auf Luxemburgs Straßen unterwegs sind!
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