Artikel : Rubrik : Luxemburg
Für viel Diskussion sorgt derzeit die Aussage von Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden im Rahmen seiner Rede zum 53. „Journée de l’ingénieur“, die Tripartite zu entmachten.
"Mit der Tripartite können wir keine Zukunft bauen", stellte Frieden klar. In einer Welt, die sich verändere, müsse man den Mut haben, Entscheidungen treffen zu können, fügte er hinzu.
Die Tripartite, der Sozialdialog zwischen Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften, sollte laut Frieden in Zukunft nur noch eine beratende Funktion haben.
Der Vorstoß von Luxemburgs Finanzminister stößt allerdings in der Regierungskoalition nicht nur auf Gegenliebe.
"Man kann nicht von heute auf morgen das Ende des luxemburgischen Sozialmodells verordnen", kommentierte Alex Bodry, Parteipräsident der LSAP die Forderung Friedens, die Tripartite sei kein Zukunftsmodell mehr.
Sein Parteikollege Lucien Lux, bis 2009 Umwelt- und Verkehrsminister von Luxemburg, ging in einem Interview sogar soweit, die Vorgehensweise als Provokation zu bezeichnen.
Anstatt dieser Reden solle Frieden konkrete Details seines Modells auf den Tisch legen.
Via Pressemitteilung ließ die LSAP schließlich Montagabend verlauten, dass die Partei auf allen Entscheidungsebenen zur Tripartite, zum gesetzlichen Mindestlohn und zum Index stehe, da es sich um wesentliche Bausteine des sozialen Friedens hande, die in ihrer Substanz erhalten bleiben müssten.
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