Artikel : Rubrik : Welt
In Ägypten reißt die Welle des Zorns nicht ab. Mehr als 10.000 Menschen strömten in Kairo zusammen, um gegen das Militär zu demonstrieren.
Die Bilanz: mehr als 600 Verletzte. In Suez wurden zwei Demonstranten erschossen.
Zeugen berichteten, die Polizei habe zunächst versucht, die hunderten Demonstranten in Suez auseinanderzutreiben. Diese hätten versucht, den Hauptsitz der örtlichen Sicherheitskräfte einzunehmen. Die Polizei habe erst Tränengas eingesetzt, später aber scharf geschossen.
In Kairo warfen die Demonstranten abermals den Sicherheitskräften nochmals Versagen vor. Sie zogen vor das Innenministerium, wo der anfangs friedliche Protestmarsch in Gewalt umschlug. Nach TV-Berichten wollte eine aufgebrachte Menge das Gebäude stürmen.
"Nieder mit der Militärherrschaft", skandierten wütende Ägypter. Die Demonstranten warfen der Militärregierung vor, die Auseinandersetzungen in der Hafenstadt zugelassen oder gar provoziert zu haben. Die Krawalle seien "eine Botschaft der Anhänger des alten Regimes" des gestürzten Staatschefs Husni Mubarak.
Die Europäische Union forderte eine «sofortige und unabhängige Untersuchung» der Gewalt.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Regierung in Kairo zu «angemessenen Massnahmen» auf.
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