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Ägypten: "Wir werden nie wieder Fußball spielen" UPDATE
02/02/2012, von AFP/ASC
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Das hat rein gar nichts mehr mit Fußball zu tun: Agypten steht nach den tödlichen Krawallen im Fußballstaion von Port Said unter Schock.
   

Bei Krawallen zwischen Fußballfans in der nordägyptischen Stadt Port Said hat es nach Krankenhausangaben mindestens 77 Tote gegeben. Einige wiesen demnach Stichwunden auf, tausende Menschen wurden verletzt. Die islamistischen Muslimbrüder machten Anhänger des vor einem Jahr gestürzten Staatschefs Husni Mubarak für die Ausschreitungen verantwortlich.

Übereinstimmenden Angaben zufolge starben die Menschen bei Zusammenstößen unmittelbar nach Abpfiff eines Fußballspiels. Dabei schlug die Mannschaft Al-Masry ihren Gegner Al-Ahly, einen der besten Klubs Ägyptens, mit drei Toren zu einem. Fans von Al-Masry stürmten demnach auf das Spielfeld, bewarfen die Anhänger von Al-Ahly mit Flaschen und Steinen und zündeten Leuchtraketen.

Im Fußballstadion von Kairo brach während des Spiels der Vereine Al-Samalek gegen Ismailky ein Feuer aus. Die Partie wurde daraufhin annulliert. Das Feuer wurde unter Kontrolle gebracht.

Politische Vergeltung auf dem Fußballfeld

Der Abgeordnete Essam al-Erian, erklärte auf der Internetseite seiner von den Muslimbrüdern gegründeten Partei der Freiheit und Gerechtigkeit, die Ereignisse in Port Said seien "geplant" gewesen. Sie seien eine "Botschaft der Anhänger des alten Regimes".

Die Partei hatte bei der Parlamentswahl der vergangenen Wochen 47 Prozent der Stimmen erhalten. Zusammen mit anderen islamistischen Gruppen stellt sie drei Viertel der Abgeordneten.

Seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Mubarak durch einen Volksaufstand im Februar 2011 liegt die Macht in Ägypten in den Händen des Obersten Militärrats. Die Armee hat angekündigt, die Macht nach der für Juni vorgesehenen Präsidentschaftswahl an eine Zivilregierung abzugeben.

Die Spieler der Kairoer Fußballmannschaft Al-Ahly stehen noch unter Schock: Nach den Fan-Ausschreitungen wollen sie sich offenbar aus dem Profisport zurückziehen. "Es ist vorbei. Wir haben alle eine Entscheidung getroffen, dass wir nie mehr wieder Fußball spielen werden", sagte Torwart Sherif Ikrami dem privaten Fernsehsender ONTV.

Ein für die öffentliche Sicherheit zuständiger Militärvertreter, Ahmed Gamal, wies indes in der Tageszeitung Al-Tahrir jegliche Schuld zurück. Es habe einen guten Sicherheitsplan bei dem Fußballspiel gegeben, sagte er. Doch der Gewaltausbruch nach Abpfiff sei nicht mehr einzudämmen gewesen.

Der Chef der Sicherheitskräfte in Port Said wurde entlassen. Innenminister Mohammed Ibrahim habe entschieden, Sicherheitschef Essam Samak seines Amtes zu entheben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Mena. Die regierende Militärrat ordnete nach den Ausschreitungen in der Stadt am Suezkanal eine dreitägige Staatstrauer an.

Hesham Sheiha, Staatssekretär des Gesundheitsministeriums, sprach vom "größten Unglück in der ägyptischen Fußball-Geschichte". Der Präsident des Fußballverbandes FIFA, Sepp Blatter, zeigte sich "entsetzt und schockiert" von der Gewalt. "Es ist ein schwarzer Tag für den Fußball. Ein solches Drama ist jenseits des Vorstellbaren und darf nicht geschehen", erklärte er.

Seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Mubarak durch einen Volksaufstand im Februar 2011 liegt die Macht in Ägypten in den Händen des Obersten Militärrats. Die Armee hat angekündigt, die Macht nach der für Juni vorgesehenen Präsidentschaftswahl an eine Zivilregierung abzugeben.

 

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