Artikel : Rubrik : Sport
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James Marsh neuer Headcoach beim "Zolwer Basket" in Soleuvre |
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"Am fehlenden Willen liegt es bestimmt nicht!" |
Ralph Moog wirkt gelöst, als er in der Bilanzpressekonferenz der Treveri Basketball AG den Jahresabschluss vorstellt. Er kann es auch sein, denn Moog hat in den letzten zwei Jahren einiges erreicht, mit dem er zufrieden sein kann: Aus der verschuldeten TBB GmbH die prinzipiell solide finanzierte TBB AG gemacht, zum Beispiel, die dank eines neuen Konzepts (junge deutsche Spieler, die sich beweisen wollen, statt überbezahlte Söldnertypen ohne Identifikationspotenzial) in der deutschen Basketball-Szene einen guten Ruf genießt. Möglich gemacht hat das Henrik Rödl. Der 42jährige Coach, eine deutsche Basketball-Legende, wurde auf Betreiben seines alten Nationalmannschaftskollegen James Marsh für die TBB gewonnen und hat seitdem den Trierer Fans den Spaß am Basketball zurückgebracht - auch wenn der momentane Tabellenplatz 17 alles andere als spaßig ist.
Wenn diesen Samstag die erste Hauptversammlung der AG zusammen kommt, wird Ralph Moog von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender zurücktreten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird dann der von der AG vorgeschlagene Kandidat Achim Schmitz neu in den Aufsichtsrat gewählt, allerdings gibt es aus Aktionärskreisen einen weiteren Kandidaten.
Jahresfehlbetrag: € 99.143,-
Doch es gibt, trotz positiver Grundstimmung, kleine Schönheitsfehler. Zum Beispiel die Tatsache, dass das selbst gesteckte Ziel, ein positives Abschlussergebnis von € 25.000,- am Ende des Geschäftsjahres 2010/11 um knapp € 125.000,- verfehlt wurde. Die TBB schließt mit einem Jahresfehlbetrag von € 99.143,- ab. Ein Ergebnis, das Moog nicht gefällt, das er auch nicht beschönigt - und für das er Gründe nennt. Zunächst ist da der Wegfall von Lotto Rheinland-Pfalz, einem langjährigen Sponsor der TBB, der sich zuletztmit einem mittleren fünfstelligen Betrag engagiert hatte und sein Engagement bei der TBB aufgrund unklarer Rechtslage in Sachen Lotteriewerbung komplett eingestellt habe. Dann will die Berufsgenossenschaft dieses Jahr mehr Geld, um Profisportler abzusichern - wieder fehlen am Ende rund € 30.000,-. Und zudem sei die Sponsorensuche in der Region insgesamt eher schwerer als einfacher geworden.
Für das laufende Jahr sei man trotzdem auf der sicheren Seite: das sportliche Budget sei identisch mit dem der Vorsaison; man habe durch die Erhöhung der Ticketpreise und durch Einsparungen im administrativen Bereich mehr Geld zur Verfügung - der letztere Punkt betrifft unter anderem die Geschäftsstelle der TBB Trier, die seit einiger Zeit nicht eben üppig besetzt ist. Dank Garantie-Erklärungen einiger Aktionäre, eventuelle Verluste am Ende des Geschäftsjahres 2011/12 auszugleichen, sei man "auf Plan" - Moog schwebt die berühmte schwarze Null vor.
Auch sei der Zuschauerschnitt gestiegen, "jetzt schon um 8,6%, und das größte Heimspiel haben wir mit Bayern München erst noch vor uns". An dieser Stelle verkommt der ansonsten seriöse Vortrag ein wenig zum allzu durchsichtigen Verkaufsgespräch, denn jeder im Raum weiß, dass die anderen Topgegner Bonn, Bamberg und Berlin schon da waren und die gemeinhin eher uninteressanten wie Göttingen, Braunschweig oder Hagen erst noch kommen. Eine seriöse Betrachtung des Zuschauerschnitts ist erst nach der Saison möglich.
Externe Agentur soll TBB vermarkten
Die eigentliche Nachricht kommt zum Schluss: die TBB wird ihr Marketing und ihre Sponsoren-Akquise künftig komplett auf Provisionsbasis an eine noch zu gründende Sport-Marketing-Agentur mit Sitz in Luxemburg abgeben. Die soll nicht nur die TBB vermarkten, sondern generell Sportvereine aus der Großregion mit Entwicklungspotenzial. Drei davon hätten bisher Interesse bekundet. Die Gesellschafter dieser Agentur nennt Moog nicht namentlich, klar ist aber, dass er selbst mit im Boot sein wird, wenn die neue Firma in spätestens sechs Wochen gegründet wird. Dabei ist einiges zu bedenken - unter anderem muss die Agentur die Lizenzstatuten der Beko Basketball Bundesliga berücksichtigen. Heißt: Jeder BBL-Verein muss zum Beispiel einen eigenen Marketingmanager und einen eigenen PR-Manager beschäftigen. Wenn die TBB diese Leistungen auslagert, müssten diese beiden Positionen in der Agentur Vollzeitstellen sein, die sich nur um die Interessen der TBB kümmern.
Das ist indes zurzeit noch graue Theorie, denn nah am griechischen Sinnspruch, dass die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt haben, muss die TBB Trier zunächst sportlich überzeugen, sprich: die Klasse halten. Den vielleicht wichtigsten Schritt dazu kann das Team am Sonntag machen, wenn der direkte Konkurrent um den Nichtabstieg EnBW Ludwigsburg (aktuell Platz 16) in der Arena gastiert. Idealerweise würde die TBB die Partie mit einer Differenz von mindestens 14 Punkten für sich entscheiden, um in der Tabelle zu klettern. Erster Sprungball ist um 19:30 Uhr.
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