Artikel : Rubrik : Deutschland
Ermittler von Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt durchsuchen seit Mittwochmorgen die Wohnungen von vier mutmaßlichen Unterstützern der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) in Sachsen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer online-Ausgabe vom Mittwoch. Außerdem stünden zwei Geschäftslokale eines der Beschuldigten in Sachsen sowie drei weitere Wohnungen in Thüringen und Baden-Württemberg auf der Razzia-Liste, so die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.
Man wolle "weitere Erkenntnisse über das Unterstützerumfeld" der Terrorgruppe gewinnen, außerdem solle die Herkunft der vom "NSU" verwendeten Waffen geklärt werden. Insgesamt 110 Beamte seien an den Durchsuchungen beteiligt. Nach Informationen des Spiegel sollen zwei der Verdächtigen bis 1998 Kontakt zu den Rechtsterroristen Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe gehabt haben, die Gruppe hätte durch diese Personen Sprengstoff und mindestens eine Schusswaffe bezogen. Auch nach 1998 sollen die vier Männer logistische Unterstützung für die terroristischen Aktivitäten geleistet haben, einer der Verdächtigen soll in den Jahren 2002 oder 2003 eine Pumpgun besorgt haben. Ein Haftbefehl ist bisher nicht ergangen.
Der "NSU" soll für eine Mordserie an neun Personen türkischer und griechischer Herkunft in den Jahren 2000 bis 2006 verantwortlich sein. Ein Mordanschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn im Jahr 2007 soll ebenfalls auf das Konto der Terrorgruppe gehen. Anfang November hatten sich die beiden männlichen Mitglieder der Gruppe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, selbst getötet, die 36jähirge Beate Zschäpe sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Erst nach zehn Jahren war der rechtsextremistische Hintergrund der Mordserie zufällig aufgedeckt worden.
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