Artikel : Rubrik : Deutschland
"Das ist ein sozialer Ausgleich, der über das Steuersystem finanziert werden sollte", sagte Homburger. Die Gewerkschaft IG Metall warf Union und FDP vor, sie planten einen "Frontalangriff" auf das System der Krankenversicherung.
Die FDP hatte bereits im Koalitionsvertrag durchgesetzt, dass es bei der Krankenversicherung künftig einen einkommensunabhängigen Beitrag der Versicherten geben soll, was dem umstrittenen Modell einer "Kopfpauschale" nahe käme. Eine Festlegung zur Mitversicherung von Kindern und Ehepartnern wurde aber nicht getroffen.
Die IG Metall warnte vor einem Systemwechsel im Gesundheitswesen. "Mit der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Kopfpauschale und dem Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge würden die wachsenden Kosten einseitig den Versicherten aufgebürdet", kritisierte IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban.
Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) wandte sich gegen die geplante Kopfpauschale. "Die klaren Verlierer eines solchen Prämienmodells wären neben den Familien diejenigen, die gerade so viel verdienen, dass sie weder von der geplanten Einkommensteuersenkung noch vom Sozialausgleich profitieren" sagte der VZBV-Gesundheitsexperte Stefan Etgeton der "Berliner Zeitung".
Unter Berufung auf ein Papier des GKV-Spitzenverbandes berichtet die "Bild"-Zeitung, dass bei den gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland zwischen April 2007 und März 2009 Beitragsrückstände in Höhe von 630 Millionen Euro aufgelaufen seien. Hintergrund sei, dass seit der Gesundheitsreform 2007 rund 196.000 bis dahin nicht versicherte Menschen pflichtversichert seien. Viele von ihnen könnten oder wollten ihre Beiträge nicht zahlen, würden aber bei akuten Erkrankungen trotzdem behandelt.
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