Artikel : Rubrik : Welt
Mao-Anzug und rote Laternen
01/10/2009, von Sharon Kohr/AFP
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PEKING - Es war ein kalter, sonniger Samstagnachmittag, als Mao Tse-tung am 1. Oktober 1949 in Peking die Volksrepublik China ausrief.


"Die Volksrepublik China und die Regierung des Volkes wurden etabliert" waren die Worte, die ein neues Kapitel in der Weltgeschichte aufschlugen. An der Seite des späteren Präsidenten Liu Shaoqi stand Mao auf der Terrasse des Tores des himmlischen Friedens - des Südeingangs zur verbotenen Stadt - und blickte über die Köpfe von 300.000 Menschen auf dem Tiananmen-Platz. Der damals 55-Jährige trat dabei in einer Jacke auf, die später als Mao-Anzug berühmt wurde und zu einem Markenzeichen wurde.

"Lang lebe die Volkesrepublik China! Lang lebe die Kommunistische Partei Chinas!" rief die Menschenmenge dem späteren KP-Chef zu, erfüllt von Enthusiasmus und Hoffnung auf einen Aufschwung in dem bitterarmen Land. Maos Leibarzt Li Zhisui beschreibt die Stimmung in seinen Memoiren so: "Wir waren alle wie erstarrt. Seit dem Tag, als mir mein Bruder Mao als Chinas Retter beschrieb, war er mein Held.

"Der Tiananmen-Platz, damals kleiner als heute, wurde für den großen Tag herausgeputzt: Neue Bodenplatten, das Tor des himmlischen Friedens schmückten rote Laternen und ein großes Mao-Porträt, das heute noch dort hängt. Nachdem nach der Ausrufung der Volksrepublik die neue chinesische Fahne gehisst wurde, fünf gelbe Sterne auf rotem Untergrund, wartete die neue chinesische Führung mit einer gigantischen Militärparade auf.

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