Artikel : Rubrik : Luxemburg
Insgesamt 100 Milchbauern aus Luxemburg haben am gestrigen Dienstag in Erpeldingen im Rahmen einer Protestaktion 50.000 Liter Milch auf einem Acker vergossen.

 

Die 100 Milchbauern haben sich am gestrigen Dienstag gegen 15.10 Uhr versammelt, um gemeinsam gegen die zu niedrigen Milchpreise zu protestieren. Ihrem Ärger machten die protestierenden Bauern Ausdruck, indem sie 50.000 Liter Milch innerhalb von 10 Minuten auf einem Acker vergossen. Die Polizei stand dieser Protestaktion machtlos gegenüber, da sich das ganze Spektakel auf einem Privatgrundstück abspielte.

Der Erzeugerpreis pro Liter Milch liegt derzeit bei rund 22 Cent. Die Bauern fordern 40 Cent, um kostendeckend produzieren können.

Die Protestaktion wurde dann ab 15.30 Uhr vor einem Discounter in Angeldorf fortgesetzt. Dort trafen die bauern mit rund 30 Traktoren ein, um gratis Milch an die Kunden zu verteilen. Fredy De Martines, Präsident der Luxemburger Milchbauernvereinigung "Luxembourg Dairy Board", macht unter anderem die Discount-Supermärkte für die Misere der Milchbauern verantwortlich, da diese die Preise der Bauern vernichten.

De Martines kündigte ebenfalls an, dass diese Protestaktionen lediglich den Anfang machen würden und in der Zukunft noch weitere folgen werden.

Bauern gegen EU-Beschluss

Grund für die Protestaktionen ist ein Entschluss der EU-Agrarminister, die im November 2008 getroffen wurde. Diese hatten entschieden, die Milchquoten bis zum Jahr 2015 komplett abzuschaffen. Die Quote wird jährlich um ein Prozent angehoben, damit der Übergang von der Mengenregulierung zum freien Markt nicht zu dramatisch ausfällt.

Aus diesem Grund fordern die Milchbauern die schnellstmögliche Einrichtung einer Monitoringstelle, welche die Marktsituation analysiert und dementsprehend Vorgaben macht, wieviel Milch produziert werden darf. Außerdem soll ein spezieller von den Bauern finanzierter Fonds eingerichtet werden, der dazu beitragen soll, überschüssige Milch aus dem Markt herauszukaufen. Die Mitglieder der  "Luxembourg Dairy Board" verlangen weiter, dass Milchbauern, die freiwillig weniger Milch produzieren als erlaubt, von der EU entschädigt werden.

 

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