Artikel : Rubrik : Welt
Mehr als 4500 Häftlinge in Venezuela sind aus Protest gegen die Überfüllung ihrer Gefängnisse sowie schlechte Behandlung in einen Hungerstreik getreten. Der massenhafte Hungerstreik habe am Donnerstag begonnen, sagten Streikteilnehmer am Freitag (Ortszeit) örtlichen Medien. Im Tocoron-Gefängnis im nördlichen Bundesstaat Aragua beteiligten sich demnach 3400 Häftlinge an dem Hungerstreik, im Vista-Hermosa-Gefängnis im südöstlichen Bundesstaat Bolívar seien es 1137 und im La Minima-Gefängnis im nördlichen Bundesstaat Carabobo weitere 80 Insassen.
Die 3400 Tocoron-Häftlinge kritisierten in einer Erklärung, dass ihr Gefängnis nur für 600 Insassen ausgelegt sei. Für die deutliche Überfüllung sei das langsame Arbeiten der Justiz verantwortlich. Alle Teilnehmer des Hungerstreiks forderten eine bessere gesundheitliche Versorgung und Verbesserungen bei den Räumlichkeiten, in denen sie Besuch empfangen können. Der Anwalt eines Insassen von La Minima sagte der Zeitung "El Universal", die Gefängniswärter hätten die Insassen für die Flucht eines Gefangenen vergangene Woche bestraft, indem sie persönliche Habseligkeiten der Häftlinge zerstört und Besuche verboten hätten.
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