Artikel : Rubrik : Top Story
Im vergangen Jahr sind insgeamt 1.500 Frauen in die Niederlange gereist, um dort einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Dies Zahl soll zukünftig durch eine Gesetzesreform verringert werden.
Danielle Igniti, der Präsidentin der Familienhilfe Luxemburg, ist zufrieden, dass das Thema der Abtreibung endlich Teil des Regierungsprogramms geworden ist. Der Kampf zur Änderung der geltenden Rechtsvorschriften, den sie zusammen mit der Familienhilfe jahrelang geführt hatte, hat sich offenbar ausgezahlt.
Eine neue Kampagne mit dem Titel «Si je veux» (Wenn ich will) wurde zu Beginn der Wahlen in diesem Jahr gestartet, um den Bürgern und den politischen Parteien erneut ins Gedächtnis zu rufen, dass Luxemburg hinsichtlich des Rechts auf Abtreibung eines der letzten, konservativen Staaten Europas ist, der dieses Recht unterbindet. Danielle Igniti kann die Gesetztesreform kaum erwarten und ist sichtlich beeindruckt von den Worten des Ministerpräsidenten, der sagte, dass die Entscheidung zu einem Schwangerschaftsabbruch letztlich von der Frau selbst zu treffen sei.
Aktuell ist ein Schwangerschaftsabbruch lediglich in folgenden drei Ausnahmesituationen geduldet: wenn die Mutter während der ersten zwölf Schwangerschaftswochen physisch oder psychisch gefährdet ist, wenn der Verdacht einer Behinderung oder schweren Krankheit bei dem Ungeborenen besteht, oder wenn die Schwangerschaft die Folge einer Vergewaltigung ist.
Im Regierungsprogramm heißt es, dass sowohl die soziale Situation als auch physische und psychische Verfassung der Schwangeren bei den Anforderungen für eine Abtreibung berücksichtigt werden sollen. Für Danielle Igniti ist dies der Teil des Programms, den die Aktivisten nicht nachvollziehen können, weil die soziale Situation einer Frau nciht über deren Bereitschaft zur Mutterschaft bestimmen sollte. Sollten Sozialarbeiter jeden einzelnen Fall untersuchen, könnte es schnell zu Verzögerungen kommen und einen Schwangerschaftsababruch schließlich unmöglich machen.
Auch die Situation für junge Frauen unter 18 Jahren soll verbessert werden. Demnach sollen diese nicht mehr zwingend von einem Elternteil, sondern von einer erwachsenen Vertrauensperson ihrer Wahl zu den Beratungsgesprächen begleitet werden.Um jedoch zu verhindern, dass eine Abtreibung als einfache und Lösung gehandhabt wird, will die Regierung auch kostenlose Empfängnisverhütung anbieten. Doch Danielle Igniti entgegent, dass auch Empfängnisverhütung keinen hundertprozentigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerscahft bieten kann. Igniti betont, dass eine von drei Frauen ungewollt schwanger wird.
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