Artikel : Rubrik : Welt
Schwule und lesbische Paare seien genauso wie Ehepaare als Adoptiveltern geeignet, erklärte Zypries anlässlich der Vorstellung einer Studie zu Kindern in homosexuellen Lebensgemeinschaften. Der Lesben- und Schwulenverband sowie Grüne und FDP begrüßten den Vorstoß. Zypries verwies darauf, dass nach deutschem Recht eine gemeinsame Adoption derzeit nicht möglich sei. Stattdessen könne nur einer der Partner ein Kind adoptieren, der andere erhalte lediglich ein "kleines Sorgerecht".
Nach den Ergebnissen der Untersuchung bestehe für den Gesetzgeber kein Grund, die gemeinsame Adoption für Lebenspartner nicht zuzulassen. Voraussetzung sei, dass Deutschland das geänderte europäische Adoptionsübereinkommen unterzeichnet und in Kraft setzt. "Das Kindeswohl ist in Regenbogenfamilien genauso gewahrt wie in anderen Familienformen", sagte Zypries zu den Ergebnissen der Studie. "Persönlichkeitsentwicklung, schulische und berufliche Entwicklung der betroffenen Kinder verlaufen positiv. Sie entwickelten sich genauso gut wie Kinder aus heterosexuellen Beziehungen."
Die Studie belegt den Angaben zufolge, dass die Mehrheit der Kinder wegen der sexuellen Orientierung im Elternhaus nicht diskriminiert wird. Wo dies dennoch geschieht, handele es sich überwiegend um Hänseleien und Beschimpfungen. In Deutschland wachsen rund 2200 Kinder in einer homosexuellen Lebenspartnerschaft auf. Die Situation von 693 dieser Kinder wurde durch Befragung der Eltern analysiert, 95 Kinder wurden zusätzlich persönlich befragt. "Die Ergebnisse widerlegen alle Argumente rückwärtsgewandter Kreise gegen ein gemeinsames Adoptionsrecht", erklärte der Lesben- und Schwulen-Verband (LSVD). "Es gibt kein Argument gegen eine rechtliche Gleichstellung von Ehepaaren mit Kindern und eingetragenen Lebenspartnerschaften mit Kindern", erklärte der Verband.
Der Gesetzgeber müsse schnell handeln, damit eingetragene Lebenspartnerschaften mit Kindern rechtlich gleichgestellt werden. Widerstand gegen den Vorstoß von Zypries kam von der CSU. "Ich glaube, dass es bei aller Toleranz für gleichgeschlechtliche Beziehungen für Kinder besser ist, wenn sie bei Mann und Frau aufwachsen", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Hartmut Koschyk, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitagsausgabe). Er warf Zypries ein "billiges Wahlkampfmanöver und das Buhlen um Stimmen gleichgeschlechtlicher Paare" vor.
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