Artikel : Rubrik : Luxemburg
In der Gegend um Natal ist der Tourismus der größte Arbeitgeber, jedoch nicht nur in der Gastronomie, dem Hotelgewerbe und in Bars. Abseits von all den traumhaften Stränden findet man leider auch Kinder, die im sogenannten Sex-Tourismus arbeiten. Eine neue schonungslose Dokumentation, die von Luxemburgs Außenministerium co-produziert wurde, setzt den Fokus genau auf diese Problematik. «Sex-Gewerbe: die dunkle Seite des Toursimus» wurde im Auftrag von ECPAT Luxemburg produziert und finanziert, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und die Kinder vor kommerzieller, sexueller Ausbeutung zu schützen.
Hannah Bristow von der ECPAT Luxemburg erklärt: «Ein Grund, warum ECPAT Brasilien für diese Dokumentation ausgesucht hat, ist der Versuch, mit dem Klischee aufzuräumen, dass zwar verschiedene Arten von Ausbeutung existieren, diese sich jedoch nur auf Thailand beschränken. Es existiert in vielen Touristen-Hochburgen in der ganzen Welt, einschließlich Nordafrike oder der Türkei. Wir tragen eine Verantwortung hinsichtlich der Aufklärung, um dieses Problem zu bekämpfen. Natal versucht mit allen Mitteln, nicht mit Sex-Tourismus in Verbindung gebracht zu werden.»
Brasilianisches Recht
Brasilien hat einige sehr starke Gesetze gegen den Missbrauch und die Ausbeutung von Kindern und waren Gastgeber des dritten Weltkongresses gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im November 2008. Allerdings ist Sex-Tourismus und Kindesmissbrauch ein stes wachsendes Problem, besonders in Reisezielen wie Natal.
Terry Winn, der Mann hinter dem Dokumentarfilm, erklärt: «In den 70er und 80er Jahren wurde Brasilien als ein Land ohne Moral dargestellt, ein chilliger Ort, wo alle Frauen schön und Prostituierte sind. Der Witz an der sache ist, dass Brasilien konservativer als Europa ist. Der Dokumentarfilm zeigt ein Mädchen, dass von Glück sprechen kann, eine Mutter zu haben, die sie von der Prostitution fern hält. In dem Interview sagt die Mutter, dass ihre Tochter , wie alle Teenager, denkt, sie wisse bereits alles. Doch das stimmt nicht."
"Ich denke, dass viele Mütter mit jugendlichen Kindern das gleiche Problem haben, aber nicht den gleichen Hintergrund, denn in der Favela sind die Versuchungen tausend mal größer für die Kinder. Dies ist ein Teil der Dokumentation, der hoffenltlich die Menschen zum Denken anregt, » so Hannah Bristow. Bristow fügt hinzu: « Sex-Tourismus an sich ist nicht das größte Ausbeutungsproblem in Natal, aber die Touristen sind der Teil an der Sache, an dem wir in Europa was ändern können. Der größte Teil der sexuellen Ausbeutung in Brasilien wird von Familienmitgliedern ausgeführt. Diese Dokumentation befasst sich ausschließlich mit Sex-Tourismus, der 15-20 Prozent der sexuellen Ausbeutung ausmacht. Aber wir können etwas daran ändern. »
Welche Rolle spielen die Touristen?
Manche Touristen werden sich nicht als Täter oder Beteiligter an Kinderprostitutionsehen. Einige Touristen bleiben mehrere Monate und haben ein Mädchen in dieser zeit an ihrer Seite. Vielleicht findet keine finanzielle Beziehung statt, dennoch ist die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen als eine Beziehung mit sexueller Basis zwischen einer minderjährigen und einer erwachsenden Person definiert.
Geschenke kaufen, ein Essen bezhalen, Kleidung kaufen.... all dies ist als ein Entgelt zu werten. Das junge Mädchen wird den Touristen als ihren Freund ansehen, nicht als Ausbeuter. Der Film zeigt jedoch, dass diese Beziehungen nicht von langer Dauer sind und die jungen Mädchen meistens mit gebrochenem Herzen oder zerstörtem Selbstwertgefühl zurück gelassen werden und noch tiefer in die Prostitution hinein rutschen.
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