Artikel : Rubrik : Welt
Nach der Parlamentswahl im Irak hat das Wahlbündnis des früheren Regierungschefs Ijad Allawi schwere Betrugsvorwürfe erhoben. Bei der Stimmabgabe und bei der Auszählung der Stimmen habe es "unverhohlenen Betrug" zugunsten von Ministerpräsident Nuri el Maliki gegeben, erklärte Allawis schiitisch-sunnitisches Bündnis Irakija. Es seien Zahlen "manipuliert und geändert" worden, um das Ergebnis von Malikis Rechtsstaatsallianz zu verbessern, sagte die Kandidatin Intissar Allawi, eine Vertraute Allawis. In der nordirakischen Provinz Kirkuk seien Stimmzettel zugunsten des Allawi-Bündnisses in Mülleimern gefunden worden.
Ein Vertreter der Wahlkommission wies die Vorwürfe zurück und wertete sie als politisch motiviert. Die Behörden leiteten aber bereits eine Untersuchung ein, wie Ijad El Kinani der Nachrichtenagentur AFP sagte. Am Vortag hatte ein Vertreter der Wahlkommission von rund 100 Beschwerden gesprochen, die bislang bei der Behörde eingegangen seien.
Erste Teilergebnisse, die die Wahlkommission am Donnerstag veröffentlichte, deuteten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Bündnissen von Maliki und Allawi hin. Millionen Iraker hatten am Wochenende ein neues Parlament gewählt und dabei einer Serie von Attentaten mit dutzenden Toten getrotzt. Das Endergebnis wird für Ende März erwartet.
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