Artikel : Rubrik : Welt
Für die 170.000 Beschäftigten im deutschen Wach- und Sicherheitsgewerbe rückt ein Mindestlohn in Reichweite. Der Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) und die Gewerkschaft Verdi stünden unmittelbar vor dem Abschluss eines entsprechenden Tarifvertrags, sagte eine Verdi-Sprecherin am Freitag in Berlin und bestätigte damit Aussagen von BDWS-Hauptgeschäftsführer Harald Olschok im "Handelsblatt".
Laut dem von der Zeitung zitierten Entwurf des Tarifvertrags sollen Wach- und Sicherheitsleute ab Januar 2011 je nach Bundesland mindestens 6,53 bis 8,46 Euro pro Stunde bekommen. Danach würden die Lohnuntergrenzen in drei Stufen ansteigen, bis dann ab Januar 2013 in allen Bundesländern mindestens 7,50 Euro pro Stunde gezahlt würden.
Der Mindestlohn soll für alle Unternehmen der Branche verbindlich sein. Die Entscheidung über die Allgemeinverbindlichkeitserklärung eines Tarifabschlusses trifft ein paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern besetzter Ausschuss. Stimmt dieser dem Vertrag zu, kann das Bundesarbeitsministerium den Mindestlohn verbindlich für die gesamte Branche vorschreiben.
Zunächst müsse der Verdi-Bundesvorstand den Tarifvertragsentwurf aber noch abschließend absegnen, sagte die Gewerkschaftssprecherin. Das solle auf einer Sitzung am 22. März passieren. Dabei handle es sich im wesentlichen um einen formalen Akt, der durch die Entscheidungsstrukturen der Gewerkschaft vorgeben sei. Die Verdi-Tarifkommission habe bereits ihre Zustimmung gegeben.
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