Artikel : Rubrik : Luxemburg
Yves Mersch, Präsident der Zentralbank Luxemburg, hat am gestrigen Donnerstag scharfe Kritik am Index-System in Luxemburg geäußert. Das Index-System verteile nach seiner Auffassung ungerechtfertigt Reichtümer im Land.
Bei der Vorstellung des «Bulletin» der Zentralbank warnte Mersch vor der Gefahr einer steigenden Arbeitslosigkeit, sollten keine Reformen zwecks einer Anpassung vorgenommen werden.
Die steigende Arbeitslosigkeit sowie der stete Rücklauf an Beschäftigten in Luxemburg steckt hinter diesem Pessimismus. Im Februar ist die Arbeitslosenquote auf 6,4 Prozent angestiegen, wobei der Zuwachs an Arbeitsplätzen innerhalb von zwei Jahren von sieben auf null Prozent gefallen ist. Mersch betont, dass bei dieser Bilanz nicht einmal die Grenzgänger mit einbezogen sind und somit die Lage noch schlimmer ist.
Die Zahl der Beschäftigten stehen vor allem im Finanzsektor, in der Industrie und im Bereich der Dienstleistungen für Unternehmen im negativen Bereich. Dagegen verlaufen die Zahlen im Handel bislang positiv, dennoch seien auch diese seit Beginn der Finanzkrise rückläufig, so Mersch.
Laut Mersch liegt die Hauptursache für den Anstieg der Arbeitslosigkeit in dem durch die hohen Kosten verursachten Verlust an Wettbewerbsfähigkeit der Luxemburger Unternehmen.
Die Höhe der Gehälter im Luxemburger Privatsektor sind dadurch in den vergangenen zehn Jahren um 38 Prozent angestiegen. Im Vergleich dazu liegt der Anstieg in der Eurozone bei 22,9 Prozent und der Zuwachs bei dem wichtigesten Handelspartner für Luxemburg, nämlich Deutschland, bei 10,5 Prozent.
Dieser Anstieg der Gehälter beruht laut Yves Mersch auf dem Index und nicht an den Forderungen der Gewerkschaften. Das Hauptproblem liege arin, dass in Luxemburg der Anstieg des Ölpreises mittels Index als ein Vermögen an die Bevölkerung verteilt werde, obwohl das Gegenteil der Fall sein müsste.
Ferner befinde sich Luxemburg in einem Boot zusammen mit Ländern wie Irland, Griechenland, Spanien und Portugal, so der Präsident der EZB. Diese Länder haben ganz im Gegensatz zu Luxemburg bereits Gehaltsmaßnahmen eingesetzt. Mersch plädiert für eine Anpassung der Kosten in Luxe,mburg an die Nachbarländer, andernfalls würden immer mehr Firmen Bankrott gehen.
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