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Milliardär Carlos Slim ist gegen Krisen immun
11/03/2010, von AFP
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Wirtschaftskrisen machen Carlos Slim keine Angst. Der milliardenschwere mexikanische Telekommunikationsunternehmer nutzt vielmehr die Phasen, in denen andere hohe Verluste einfahren und Unternehmensteile verkaufen müssen, für Zukunftsinvestitionen. (Archivbild)

Wirtschaftskrisen machen Carlos Slim keine Angst. Der milliardenschwere mexikanische Telekommunikationsunternehmer nutzt vielmehr die Phasen, in denen andere hohe Verluste einfahren und Unternehmensteile verkaufen müssen, für Zukunftsinvestitionen. So baute der Sohn eines libanesischen Einwanderers sein Unternehmensimperium immer weiter aus und stieg nun laut neuer "Forbes"-Jahresliste als erster Nicht-US-Milliardär seit Jahren zum reichsten Menschen der Welt auf. Auf sagenhafte 53,5 Milliarden Dollar wird Slims Vermögen geschätzt. Den Grundstein für seinen Erfolg legte der 70-Jährige schon in seiner Kindheit.

Die 53,5 Milliarden Dollar (39,3 Milliarden Euro) entsprechen dem Börsenwert von Slims Unternehmen, wie der Sprecher der mexikanischen Telefongesellschaft Telmex, Arturo Elias Ayub, nach der Veröffentlichung der neuen "Forbes"-Liste sagt. Somit wuchs das Vermögen des Selfmade-Milliardärs im vergangenen Jahr trotz weltweiter Wirtschaftskrise um 18,5 Milliarden Dollar. Microsoft-Gründer Bill Gates mit geschätzten 53 Milliarden Dollar und den US-Investor Warren Buffett mit 47 Milliarden Dollar ließ der Mexikaner mit dem graumelierten Haar und Schnurrbart hinter sich. Telmex-Sprecher Ayub erklärt Slims Erfolgsgeheimnis so: "Er war sehr offensiv bei den Investitionen in den Phasen der Rezession und bei der letzten gab es da keine Ausnahme."

Bereits während der mexikanischen Wirtschaftskrise 1982 investierte Slims Investmentfirma Carso fleißig. Damit legte der Unternehmer die Grundlagen für sein Imperium. 1990 ersteigerte er schließlich den Staatskonzern Telmex, der bis dahin Monopolanbieter im Telekommunikationsbereich war. Heute gehört Slim außerdem der Mobilfunkkonzern America Móvil. Der größte Mobilfunkanbieter Lateinamerikas mit seiner Marke Claro hat insgesamt 250 Millionen Kunden in 18 Ländern.

Slim ist mit seiner Investmentfirma Carso außerdem an Immobilien, Geschäften und Restaurants beteiligt. Im Zentrum von Mexiko-Stadt kaufte Slim ganze Wohnblocks. Von der aktuellen Wirtschaftskrise profitierte er, indem er strauchelnde Unternehmen aufkaufte. Mittlerweile überlässt der Witwer und sechsfache Vater die Leitung der Tagesgeschäfte seinen drei Söhnen.

Der Grundstein für Slims erfolgreiche Karriere als Geschäftsmann wurde schon früh gelegt. Sein Vater, der 1902 aus dem Libanon nach Mexiko kam und in der Hauptstadt einen Laden betrieb, brachte seinen Kindern früh den Umgang mit Geld bei. Sie bekamen für ihr Taschengeld ein Sparbuch, damit sie ihre Einnahmen und Ausgaben im Blick behalten. In den 60er Jahren studierte Slim Ingenieurswissenschaften, danach arbeitete er an der Börse.

In Mexiko, wo viele Menschen unter der Armutgrenze leben, ist der Mann mit dem märchenhaften Vermögen umstritten. Sein Geschäftsgebaren gilt vielen in seiner Heimat als aggressiv, sein Vermögen als unanständig. So sagen Kritiker, Slim habe sich Telmex durch Intrigen zu einem Preis weit unter Marktwert gesichert. Mittlerweile nutze er sein Beinahe-Monopol in der Branche schamlos aus. Slim selbst versichert dagegen, dass er mit althergebrachten Managementmethoden Erfolg habe. "Einfache Strukturen, eine flache Hierarchie, Sparsamkeit auch in guten Zeiten" - das sind die Grundregeln im Handbuch seiner Holding Carso.

Anders als Bill Gates macht Slim wenig mit wohltätigen Aktionen von sich reden. "Die Armut wird nicht durch Gaben beseitigt", sagte er laut "Forbes" einmal. Firmen aufzubauen bringe der Gesellschaft mehr als "herumzulaufen wie der Weihnachtsmann." Immerhin hatte Slim bislang zehn Milliarden Dollar übrig, die er mithilfe von zwei Stiftungen in Mexiko und anderen Teilen Lateinamerikas in gemeinnützige Projekte in den Bereichen Gesundheit, Rechtsstaatlichkeit und Sport steckte.

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